In der Zeit zwischen dem Frieden von Lunéville 1801 und der ersten französischen Besetzung Wiens im Winter 1805/1806 treten die Wiener Theater – allen voran das neu eröffnete Theater an der Wien und die Hoftheater – geradezu in einen Wettbewerb um die publikumswirksamsten Aufführungen von französischen musiktheatralischen Werken: Opern von Cherubini, Méhul, Della Maria, Le Sueur, Boieldieu, Dalayrac und anderen werden unter grosser Anteilnahme der Öffentlichkeit in zum Teil konkurrierenden Produktionen auf die Bühne gebracht und dafür nicht nur übersetzt und szenisch adaptiert, sondern auch musikalisch bearbeitet. Sie sind Anlass für viele musikalische Gelegenheitsstücke, die in den sich in dieser Zeit stark entwickelnden Wiener Verlagen erscheinen, und dienen auch Wiener Komponisten als Anregung für ihre eigenen musikdramatischen Werke. Während im Winter 1805/1806 Cherubini als Gast der Hoftheater und in deren Auftrag in Wien seine Faniska schreibt, überarbeitet Beethoven seine Leonore/Fidelio ein erstes Mal.
Diese Tagung präsentiert neue Forschungsergebnisse zu diesem Thema und versammelt dazu eine Reihe von internationalen Expertinnen und Experten. Ihre Beiträge erscheinen 2019 in der Reihe Musikforschung der Hochschule der Künste Bern in der Edition Argus, Schliengen.
Bild: Beginn des Finale aus Étienne-Nicolas Méhuls Schatzgräber (orig. Le trésor supposé, 1803)
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