Eine Standortbeschreibung und Ausblick
Zum Ende des vierjährigen, vom SNF geförderten Forschungsprojekts Schreiben mit Stimmen geben wir in dieser Veranstaltung einen Überblick über den Verlauf und die Ergebnisse der drei bearbeiteten Teilprojekte.
Ausgangspunkt des Forschungsprojekts sind vernachlässigte Aspekte zur Komposition mit bzw. für Stimmen in technischen und aussermusikalischen kompositorischen Gestaltungsprozessen, speziell in der Praxis des Schweizer Komponisten Hans Wüthrich (1937–2019) und der (Ultra-)Lettristen im Paris der Nachkriegszeit sowie im Zusammenhang mit körperlosen, synthetischen Stimmen, die im Verlauf des Projekts zu einem Alltagsphänomen geworden sind.
Wie wir zeigen werden, erweitern konzeptionelle ebenso wie technische Schreibprozesse mit und für die Stimme sowohl Entstehungsprozesse im Werk Hans Wüthrichs als auch die medialen Zugänge der Ultra-Lettristen und weiterführender Praktiken der Komposition mit Tonband. Selbst da, wo eine Partitur im herkömmlichen Sinne existiert, wird mit der Stimme improvisiert, wird Stimmmaterial durch aussermusikalische Praktiken oder technische Medien, wie das Tonband, vorgebildet. «Schreiben mit Stimmen» fragt nach Kompositionsstrategien und Ästhetiken zeitgenössischer Musik, wie sie sich in diesen gesellschaftlichen und technologischen Bezügen präsentieren. Fokussiert werden vor allem kompositorische Strategien, die in Konkurrenz zur traditionellen Notenschrift und Vertonung stehen, da sie sich sowohl an der aufgezeichneten Stimme als auch an ihren aussermusikalischen Referenzsystemen orientieren.
Neben vielen Hörbeispielen zu den genannten Themenbereichen werden Studierende und Dozierende im Rahmen der Veranstaltung Werke von Hans Wüthrich und der Lettristen live interpretieren.
Zusätzlich zu dieser Veranstaltung findet am 9./10. Januar ein interner Workshop statt. Nähere Informationen auf Anfrage
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