Forschungs-Mittwoch mit Chanyapong Thongsawang
(Institut für Musikalische Stilforschung, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)
In der Opernparaphrase, einer besonders beliebten Gattung der Klaviermusik in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, lebten Komponisten wie Joseph Woelfl, Carl Czerny, Ignaz Moscheles, Friedrich Kalkbrenner, Henri Herz, Franz Liszt oder Sigismund Thalberg nicht nur brillante Virtuosität aus, sondern sie imitierten auch durch Manieren und Phrasierungen die unmittelbar auf der Bühne erlebten Vokalkompositionen, hielten deren Ausführung in ausführlichen Angaben zu Artikulation, Dynamik, Agogik, Rhythmik und Ornamentik schriftlich fest und hinterliessen uns damit Hinweise, die für den heutigen Umgang mit den ursprünglichen Opernvorlagen von hoher Bedeutung sein können.
Der Vortrag präsentiert zunächst einen Überblick über die Opernparaphrasen für Klavier. Dann werden spezifische Beispiele aus 4 Fantaisies dramatiques op. 72 von Ignaz Moscheles vorgestellt, in denen die genaue Nachahmung der Interpretation von drei berühmten Primadonnen – Giuditta Pasta, Henriette Sontag und Maria Malibran – zu finden ist. Schliesslich wird anhand einer Auswahl von Paraphrasen bekannter Opernarien wie z.B. Che farò senza Euridice aus Orfeo ed Euridice von C.W. Gluck, Nel cor più non mi sento aus La molinara von G. Paisiello, Sull’Aria aus Le Nozze di Figaro von W.A. Mozart und A te, o cara aus I Puritani von V. Bellini gezeigt, wie unterschiedlich die Bearbeitungen von verschiedenen Komponisten sein können.
We are pleased to announce that the Global Piano Roll Meeting series will continue.
The next prelude...
Although the term “secret” and its cognates are not uncommon in The Art of Piano Pedaling (1967),...
mehr lesenUnter dem Titel «Vom Übersetzen – musikbezogene Didaktik in Diskurs und Praxis» widmen sich an der...
mehr lesenPianistische Interpretationsforschung mittels Aufnahmen – auch für Reproduktionsinstrumente – hat in...
mehr lesenThe symphony, declared Paul Bekker in 1918, is by definition a “public genre”. But in the wake of...
mehr lesen