Projekt

Sänger als Schauspieler Zwischen Gestikkatalog und Regieanweisung. Zur Inszenierungspraxis an den Pariser Opernbühnen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts steigen an den Pariser Opernbühnen die Erwartungen an die schauspielerischen Fähigkeiten der Sängerinnen und Sänger zunehmend. Das vorliegende Projekt geht dieser Entwicklung nach und untersucht das Verhältnis von Gesang und Schauspiel in der Darstellungspraxis jener Zeit.
Da im Gegensatz zur musikalischen Notation Anweisungen zur Rollendarstellung mit schriftlichen Mitteln nur unzureichend festzuhalten sind – für diese komplexen visuellen Vorgänge auf der Bühne wurde kein allgemeingültiges Schriftsystem entwickelt –, muss das Wissen um die gängigen Rolleninterpretationen mit Hilfe unterschiedlichster Quellen (Opernlibretti, Abbildungen, Cahiers de mise-en-scène, Schauspieltheorien, Gesangstraktate, etc.) erschlossen werden.
Dabei gilt es, die Beziehungen zwischen kodifizierter Gestik, Improvisation und Regieanweisung in der Darstellungspraxis der Sängerinnen und Sänger aufzuzeigen sowie Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Entwicklung von Schauspiel und Musiktheater festzuhalten. Die verschiedenen Fragestellungen werden mittels ikonographischer, musikwissenschaftlicher und schauspieltheoretischer Methoden erforscht.
Das Projekt fördert – unter anderem im Rahmen eines Workshops – die praktische Erprobung der gewonnenen Erkenntnisse und stärkt innerhalb der HKB die Vernetzung der Studiengänge im Fachbereich Oper/Theater.

Forschungsplakat

Tagung Blick zurück

Im Rahmen der vom 2.–4. Oktober 2010 stattfindenden Tagung «Ein Blick zurück ins 19. Jahrhundert» fand am Nachmittag des 2. Oktobers auch ein Tagungsteil zum Projekt Sänger als Schauspieler statt. Fünf Referentinnen und ein Referent näherten sich dem Thema der Darstellung auf der Opernbühne  des 19. Jahrhunderts aus verschiedenen Blickwinkeln und gewährten neue Einsichten in das Verhältnis von Gesang und Schauspiel in der Darstellungspraxis jener Zeit.

Da im Gegensatz zur musikalischen Notation Anweisungen zur Rollendarstellung mit schriftlichen Mitteln nur unzureichend festgehalten werden konnten – für diese komplexen visuellen Vorgänge auf der Bühne wurde kein allgemeingültiges Schriftsystem entwickelt –, muss das Wissen um die gängigen Rolleninterpretationen dabei mit Hilfe unterschiedlichster Quellen (Opernlibretti, Abbildungen, Cahiers de mise-en-scène, Schauspieltheorien, Gesangstraktate, etc.) erschlossen werden.

Das Detailprogramm dieses Veranstaltungsteils findet sich hier.

 

Einträge