Veranstaltungen

2018 Forschungs-Mittwoch Joseph Joachim

Werk und Interpretation

Christine Siegert: Interpretationsforschung und Werkbegriff: Überlegungen am Beispiel Beethovens

Johannes Gebauer: Joseph Joachims Beethoven?

Seit seinem Londoner Debüt-Konzert 1844 wurde Joseph Joachims Interpretation des Violinkonzertes op. 61 von Ludwig van Beethoven (1806) als vorbildlich angesehen; seine Auffassung dominierte für 60 Jahre das Verständnis des Werks. Nach Joachims Tod 1907 war gerade dieses Werk den interpretatorischen Paradigmenwechseln zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstärkt ausgesetzt, die zu einer völligen Umdeutung innerhalb weniger Jahre führte.

Obwohl keine Tonaufnahme des Konzerts mit Joseph Joachim existiert, haben sich einige detaillierte schriftliche Beschreibungen seiner Interpretation, etwa durch Eduard Hanslick und Donald Tovey, erhalten, die uns, in Verbindung mit einigen bisher völlig unbeachteten frühen Tonaufnahmen anderer Interpreten, heute ein erstaunlich klares Bild davon vermitteln, wie sehr sich Aufführungen des Konzerts im 19. Jahrhundert insgesamt und ganz besonders durch Joachim von unseren heutigen Hörerwartungen unterschieden.

Christine Siegert stellt einige grundsätzliche Überlegungen zur Problematik des Werkbegriffs im Hinblick auf Interpretation und Interpretationsforschung an. Die Präsentation von Johannes Gebauer zusammen mit Studierenden der Violinklasse Monika Urbaniak führt Schlüsselstellen des Violinkonzerts von Beethoven in einer an Joachim angenäherten Spielweise vor und vergleicht sie mit dem heute üblichen Verständnis des Werks.

Die Vortragenden: Christine Siegert ist Leiterin des Beethoven-Archivs und des Verlags Beethoven-Haus Bonn. Johannes Gebauer ist Geiger und Musikwissenschaftler und absolvierte 2017 die Graduate School of the Arts mit einer Dissertation über Joseph Joachims Interpretationspraxis.

Host: Martin Skamletz, FSP Interpretation

Basierend auf dem Projekt Angewandte Interpretationsforschung.

 

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