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2023 Sonic Architectures

Das diesjährige Jahrestreffen der AG Auditive Kultur und Sound Studies der Gesellschaft für Medienwissenschaften findet vom 7. bis 9. September 2023 am Studiengang Sound Arts der Hochschule der Künste in Bern statt. Thema sind Sonic Architectures in ihrer gesamten thematische Breite im Realen der Architektur, im Symbolischen der Musik und Klangkunst sowie im Virtuellen von Internet und Games.

Klangarchitekturen bilden das Fundament musikalischer Hör- und auditiver (Medien-)Kulturen. In sonischer Wendung des Spatial Turn, der Ende der 1980er Jahre Raum als (neuen) Analysegegenstand der Kulturwissenschaft in den Fokus gerückt hat, widmet sich die Tagung Sonic Architectures interdisziplinären Zusammenhängen – von der architektonischen und akustischen Gestaltung von Klangräumen einerseits bis zu musikalischen Klangarchitekturen andererseits. In diesem Sinne wird der Raum zu einem zentralen Element, nicht nur als Resonanzkörper, sondern auch als Instrument selbst und als Ort, an dem sich historische, praktische, performative und kreative Aspekte entfalten können.

Eine Kulturgeschichte der Hörräume existiert als solche nicht, wohl aber eine lange Tradition entsprechender architektonischer Entwürfe. Die Palette reicht von den Amphitheatern Griechenlands über Kirchen und alle Arten von Konzertsälen bis zur Clubkultur und den virtuellen Räumen des Digitalen. Bis zur Krise der Spätromantik bezog sich der Raumbegriff in der Musik primär auf die Architektur der Tonintervalle im Symbolischen der Partitur, die es noch vor den real klingenden Hörräumen kompositorisch zu gestalten galt. In der Moderne verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Raum- und Klanggestaltung, zwischen Raumklang und Klangraum. Mit der elektroakustischen Musik findet schliesslich eine Emanzipation räumlicher Erscheinungsformen statt. Sie ist nicht länger an spezielle Aufführungsorte wie Kirchen oder Konzertsäle gebunden; einmal aufgezeichnet, kann sie überall erklingen. So entstehen neue Formen, die sich der Inszenierung und der Interaktion der im Studio generierten Klänge in der Natur, in Galerien, Fabrikhallen und in urbanen städtischen Räumen bedienen und als solche Orte und Landschaften akustisch neu vermessen.

Auch im Kontext von bildender Kunst, Tanz, Theater, Performance und Videokunst wird Raum zu einer audio-ästhetischen Komponente: In Fluxus und Konzeptkunst entwickelten sich ab den 1960er Jahren raumbezogene Klanginstallationen zu eigenen Kunstformen, die Anfang der 80er Jahre erstmals als Klangkunst bezeichnet wurden. Dabei interessieren uns heute zusehends die Phänomene, die mit den Metaphern der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens stark anthropologisiert werden.

KALENDER

  • 8./9. Oktober 2026Les mouvements artistiques sécessionnistes
    (Paris, Berlin, Vienne et au-delà)

    Ce colloque se propose de confronter dans une perspective comparée diverses tendances de type...

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  • 28. Oktober 2026Forschungs-Mittwoch Doktoratsprogramme Musik

    Die HKB bietet MA-Absolvent*innen aus der Musik drei wissenschaftliche oder...

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  • 4. November 2026Assoziierte Forschende: Präsentation der Projekte

    Assozziierte Forschende der HKB präsentieren ihre Projekte. Nähere Informationen folgen.

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  • 12./13. November 2026Cooperative Practices in the Arts from 1800 to the Present

    The workshop addresses cooperative forms of working together in the arts from the early 19th century...

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  • 14. November 2026Global Piano Roll Meeting Prelude 13

    We are pleased to announce that the Global Piano Roll Meeting series will continue. 

    Music rolls and...

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